Eine besondere Seesituation als natürliche Grundwasseranreicherung

Der temporäre See ist ein maximal 10 ha großer See und wie es sein Name schon sagt, ist er nicht über das gesamte Jahr vorhanden. Er taucht mit der Schneeschmelze oder bei Starkregenereignissen auf. Die entstehenden Oberflächenwässer haben auf Grund der geodätischen Bedingungen keine Möglichkeit, oberirdisch in Richtung Ilgnerbach abzufließen, dadurch sammelt sich das gesamte Schmelz- bzw. Niederschlagswasser an der tiefsten Stelle des Wasserschutzgebietes, wo sich ein Messpegel zur Seebeobachtung befindet.

Da der bis zu 200 m tiefe Grundwasserkörper nicht nur aus gut wasserdurchlässigen Schotter aufgebaut ist, sondern sich knapp unter der Erdoberfläche relativ dichte Materialschichten aus Ton, Lehm oder Schluff befinden, kann das temporäre Seewasser nur langsam, gut gefiltert und gereinigt versickern.

Auf Grund dieser geologischen Gegebenheiten, der beginnenden Schneeschmelze und eintretende Starkregenereignisse bildete sich ab 2.Feb.2016 ein temporärer See mit einer max. Tiefe von 1,40 m. Das Seewasser ist der Beginn der natürlichen Grundwasseranreicherung im Einzugsbereich der ZWHS – Brunnenanlagen Thörl/St.Ilgen.

Wasserrechtliche Auflagen

Die Wasserrechtsbehörde des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft hat im Jahr 1988 bei der Bescheiderlassung für die Festlegung des Wasserschutzgebietes der ZWHS-Brunnenanlage Auflagen hinsichtlich Beobachtung und Maßnahmen bei Auftreten des temporären Sees festgelegt. Im Jahr 2000 wurde die Umsetzung des Bescheides vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Rechtsabteilung 3, Wasserrecht, überprüft und die Auflagen unter Einbindung der Untersuchungsergebnisse neu erstellt.

Automatische Messungen der Niederschläge und der Lufttemperatur müssen erfolgen.

Die Beobachtung der Häufigkeit des Seeereignisses sowie die tägliche Messung des Wasserstandes und die Abschätzung der Ausdehnung müssen aufgezeichnet werden.

Qualitätsüberwachung

Ab 1 ha Wasserfläche muss wöchentlich eine Seewasseruntersuchung auf lösliche Kohlenwasserstoffe durchgeführt werden. Der in Betrieb befindliche ZWHS-Brunnen wird täglich bis 14 Tage nach Versickerung des gesamten Seewassers bakteriologisch beprobt. Zur Erfüllung der umfangreichen Untersuchungsaufgaben hat die ZWHS das Wasserlabor der Holding – Graz Services, Wasserwirtschaft, beauftragt.

Im Zeitraum von 1990 bis 2016 konnten auch bei intensivster Beprobung des Trinkwassers keine Verunreinigungsindikatoren nachgewiesen werden. Der besondere Aufbau des Grundwasserkörpers und ein funktionierender Naturraum im Wasserschutzgebiet St. Ilgen bilden einen hervorragenden Schutz für das im Untergrund befindliche Trinkwasser.